|
Kreisende Sterne,welche mit kleinen Zimbelglöckchen von nicht definierbarer Tonhöhe den menschlichen Sinnen die angebliche Sphärenmusik gleichermaßen
hörbar machen sollen,sind bereits im Mittelalter bekannt gewesen.
Zunächst waren diese Sterne offenbar selbstständige Instrumente.dank einer genauen Beschreibung und maßstäblichen Abbildung kennt man besonders gut
den Stern in der Basilika der Abtei Fulda,der als[Goldenes Rad]bekannt war.
Nach der Legende reicht die Entstehung ins 8.Jahrhundert zurück und hat mit der Heidenbekehrung des heiligen Bonifatius(673-754),welcher das Kloster
Fulda gründete und im dortigen Dom begraben liegt,zu tun.Er soll mehrere berühmte Frauen bekehrt haben,unter anderen auch eine gewisse Angele,welche bisher einen Goldenen Stern angebetet hatte.Zum Christentum
bekehrt wollte sie, einen mit unzähligen kleinen Glöckchen klingenden goldenen Stern stiften.
Nachdem dieser Stern viele Jahrhunderte überdauert hatte,begab es sich,daß der Abt unter dem Einfluß von Kriegswirren in Geldnöte kam und sich
genötigt sah,den goldenen Stern für Militärausgaben einzusetzen.Damit aber dieses berühmte Erinnerungszeichen nicht untergeht,befahler,einen Stern von gleicher Form,Gestalt und Größe wieder aufzustellen.
Der Stern von Fulda ging im Jahre 1781 auf tragische weise unter.Ein Haltetau riß,und das Schwere Instrument stürzte während des Gottesdienstes in die
Kirche ab,tötete einen Mann,verletzte mehrere Leute und richtete sonstige Schäden an.
Ein gewisser Kircher bezeichnete das Zusammenwirken von Zimbelrad und Orgel als besonders wirkungsvoll.Was lag also näher,als-freilich etwas
bescheidener-Zimbelräder oder Zimbelsterne in den Orgelprospeckt einzubauen und als Orgelregister spielbar zu machen?Zwar fehlen hierfür die genaueren Nachrichten,aber die Sache selbst ist dadurch gesichert,daß
bereits im ältesten deutschen Orgelbaubuch,dem 1511 erschienenen[Spiegel der Orgelmacher und Organisten],davon die Rede ist.
|